Freitag, 14. Mai 2010

April 2010 Vorfreude auf Ubuntu 10.04 LTS Lucid Lynx

Seit Anfang April habe ich mehr oder weniger auf das Erscheinen der neuen Ubuntuversion 10.04 gewartet. Wie bei jedem Versionswechsel ist die Spannung natürlich gestiegen, je näher der Veröffentlichungstermin heranrückte. Diese „Ich will haben“-Stimmung breitete sich immer mehr aus. Im Voraus hatte ich schon beschlossen, dass es eine Neuinstallation auf dem Laptop geben wird. Die letzten zwei Veröffentlichung 9.10 und 9.04 wurden jeweils ein Upgrade des bestehenden Systems gemacht. Dies hat die Funktionsweise nicht großartig beeinträchtigt, zumindest sind mir keine Unterschiede aufgefallen. Und das, obwohl ich in der Zwischenzeit doch ein wenig an dem System herum gedoktort hatte. Da habe ich mal versucht eine TV-Karte zu installieren (welches mir auch gelungen ist), dort habe ich versucht Microsoft Office per Wine zu installieren, hier habe ich den Look'n'Feel an Mac's OS angepasst. Trotzdem oder gerade aus diesem Grunde hatte ich mir vorgenommen, beim Erscheinen einer Version mit erweitertem Support (LTS), ein neues sauberes System aufzusetzen.

Dies war dann natürlich auch gleich die Probe aufs Exempel – was die Einbindung meiner Datenpartition anging. Eigentlich wollte ich diese ebenfalls neu erstellen, aus dem einfachen Grunde, weil ich es für angemessen hielt von ext3 auf ext4 zu wechseln. Die „/“-Partition wurde bereits bei einem der Upgrades auf ext4 umgewandelt.

Je näher der Termin heranrückte, umso intensiver beschäftigte man sich natürlich damit. In diversen Foren wurden natürlich immer wieder Stimmen laut, die gerade vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin darauf hinwiesen, dass es sich noch nicht um ein System für den produktiven Einsatz handelt. Kurz im Vorfeld wiesen diverse Community-mitglieder darauf hin, dass man doch auf den ersten Snapshot warten sollte, was den Wechsel auf Anfang Juni verzögern würde. Da ich ein funktionierendes System bevorzuge, fällte ich die Entscheidung, dass ich erst mal den offiziellen Termin verstreichen lassen wollte und mich dann vorsichtig an einen Versionswechsel herantasten würde.

Im Großen und Ganzen habe ich diese Entscheidung auch eingehalten. Ich habe ca. 3- 5 Tage gewartet, so lange bis ich das, gleich nach Veröffentlichung heruntergeladene, Image auf CD gebrannt habe. Dieses lange Abwarten ergab sich durch den Umstand, dass ich die ersten Tage kein CD-Rohling bzw. USB-Stick gefunden hatte. Nachdem der CD-Rohling beschafft war, wurde das Image darauf verbrannt und per Live-CD getestet. Die Live-Version prüfte ich auch auf dem PC eines Bekannten, mit einem Core i7 und 6GB RAM. Da war sie wieder zu spüren, diese „Ich will haben“-Stimmung.

Die Installation erfolgte reibungslos ohne störende Ereignisse. Während der Partitionierung wurde die Datenpartition eingebunden, so dass sie nach Beendigung auch gleich zur Verfügung stand.


Nach der Installation ergaben sich natürlich die bekannten Schönheitsfehler auf meinem Laptop, der kratzende Sound und die Installation des Grafiktreibers. Aber hier konnte ich ja auf die bekannten Problemlösungen zurückgreifen. Der Sound war nach dem nächsten Neustart einwandfrei. An die Installation des Grafiktreiber wagte ich mich nur mit Bauchschmerzen heran, da ich nach der Installation die xorg.conf vermisste. Die war einfach nicht aufzufinden. Aber auch hier hilft es, in den einschlägigen Foren zu stöbern. Da meinte doch einer zu einem etwas anderen Sachverhalt – leg doch einfach selbst eine Datei an und gab ein Grundgerüst mit an.

Dieses habe ich mir auch kopiert, abgespeichert und nach der Installation des Grafiktreibers um die bewusste Zeile erweitert. Nach einem Neustart lief alles auf Anhieb. Ich fühlte mich stolz. Bisher habe ich lediglich die Standardapplikationen ein wenig erweitert, Absonderlichkeiten, Abstürze, Freezes oder ähnliche Sachen sind mir in der bisherigen Arbeit nicht aufgefallen. Lediglich der UMTS-Stick möchte sich nur verbinden, wenn er bereits vor dem Systemstart mit dem Laptop verbunden ist.

Übrigens in Bezug auf den UMTS-Stick: hier verwende ich momentan die Tchibo-Prepaid-variante, welche von O2 bereitgestellt wird. Meine bisherigen Erfahrungen sind durchweg positiv. Keine Verbindungsfehler, deutlich schnellerer Download als bei Eplus (auch Alditalk) – ich muss gestehen, dass die Downloadrate meines Surfsticks höher ist, als die des Festnetzanschlusses (DSL2000).

Ich bin also rundum zufrieden, wäre da nicht die Angelegenheit mit dem TV-Stick. Die Fussball-WM rückt in greifbare Nähe, da möchte man natürlich auch unterwegs bzw. auf Arbeit nicht auf das Spektakel verzichten. Erinnerungen werden wach – Kompilieren des v4l-treibers, Firmware im Internet suchen, ausprobieren... TV-Stick eingesteckt, „lsusb“ aufgerufen und siehe da, Karte erkannt. Ich habe mir noch vorsichtshalber eine TV-anwendung nachinstalliert „Me TV“. Nach Starten des Programms wollte er meinen Standort wissen, also Bundesland ausgewählt, bestätigt und schon startete der automatische Sendersuchlauf. Ich wage es zu behaupten, dass es unter Windows oder Mac nicht im geringsten so einfach ist, einen USB-TV-Stick zum laufen zu bringen.


Ubuntu 10.04 LTS Lucid Lynx – ich bin begeistert!

Oh, kurz nach 8: Ich denke, ich steck den TV-Stick ein und schau mal ein bisschen Fernsehen...