In meinem Kopf spukte es schon länger umher, dieses „Ich brauche etwas neues“ – Gefühl. Da mein Laptop langsam aber sicher auseinander fällt, hatte ich mich erst dazu entschlossen, einen neuen Laptop anzuschaffen. Dabei hatte ich 3 Möglichkeiten in Betracht gezogen. Erstens ein neues Laptop, mit ca. 15“ und preiswerter Grundausstattung (1GB RAM DDR3, 160 GB, onboard-Grafik und einer Laufzeit von ca. 2,5 Std.), zweitens ein gebrauchtes Laptop (IBM/ Lenovo T61 14“ und mit integriertem WWAN) oder drittens ein Netbook mit langer Akkulaufzeit und integriertem WWAN. Die Entscheidung ist mir schwer gefallen, den einen Tag stand sie fest und ich nahm unumstößlich an, dass es ein Lenovo T61 wird, am nächsten Tag verfluchte ich die Entscheidung und erkor das Netbook als das Maß der Dinge. So ging es seit geraumer Zeit und ließ mich in meinen Entscheidungen immer wieder hin und her schwanken.
Relativ kurzfristig (gemessen an den oben beschriebenen Gedankengängen) entschloss ich mich gegen irgendein neues Laptop und befand, dass die Zeit für einen neuen PC gekommen war. Hier schwankte ich kurz zwischen AMD und Intel. Ich hatte in der Vergangenheit bereits mit beiden Spezies Kontakt. Da man ja immer hört, dass AMD ihre Technik preiswerter an den Mann bzw. die Frau bringt als es Intel tut, war ich kurzerhand dazu hingerissen es, nach der langen Zeit mit einem Pentium 4, es mal wieder mit einem AMD Athlon oder Phenom zu probieren. Da ich bei meiner Internetrecherche allerdings festgestellt habe, dass AMD doch nicht so preiswert ist und mir in Hinblick auf Linux, Intel’s offene Treiberpolitik, durch den Kopf schwirrte – habe ich mich kurzerhand für ein Intel Core i3 System entschieden.
Der Computerladen meines Vertrauens, der übrigens sehr kundenfreundlich ist, hatte all das vorrätig, was mein lüsterndes Herz begehrte. Neben einem
- boxed Intel Core i3 540 (Clarkdale, 2x 3,06 GHz, 4 MB L3 Cache, integrierter Intel HD Grafik, HT, 64Bit, VT),
- 4 GB RAM Kit (2x 2GB) DDR3-1333 von Kingston ValueRAM erstand ich noch
- ein Mainboard der Firma Gigabyte GA-H55M-UD2H.
Zuhause angekommen machte ich mich sogleich an Sicherung meiner Daten, damit ich diese nach der Neuinstallation weiterbenutzen konnte. Nachdem dies geschehen war, begann ich mit dem Neuaufbau. Viel war ja nicht zu beachten, gleichwohl, wie bei den vorangegangenen Systemen lässt sich die CPU nur in einer Position auf den 1156’er Sockel setzen. Danach schnell den CPU-Kühler per Pushpins auf dem Mainboard verankert und schon konnte ich mich dem RAM widmen. Da das Mainboard ebenfalls Dualchannel bereitstellt, wurde der RAM in die dafür vorgesehenen Slot’s 1 und 3 gesteckt. Anschließend wurde das so vorbereitete Mainboard in das alte Gehäuse geschraubt, die erforderlichen Stecker von Netzteil, Gehäuse, Festplatten und Laufwerk angeschlossen und drei Mal auf Holz geklopft. Das Starten des PC’s versetzte mich in helle Aufregung, der Boxed Lüfter verspricht Ruhe – nur ein leises kaum vernehmbares Säuseln war zu vernehmen. Schnell noch die Einstellungen im Bios überprüft, die Bootreihenfolge geändert und das Installationsmedium eingelegt. Ich habe mich sehr gefreut, endlich ist es da - mein erstes 64Bit-System!
Ich habe mich für ein Dualbootsystem entschieden. Auf dem Intel SSDrive X25-V wurde Windows 7 64bit installiert und auf einer weiteren Festplatte feierte Ubuntu 10.04 LTS, ebenfalls in der 64bit Version, sein Einzug. Während nach der Installation von Windows 7 noch weitere Treiber installiert werden mussten, funktionierte bei Ubuntu alles „out of the Box“.
Jetzt nach den ersten Tagen, kann ich mich gar nicht genug erfreuen an dem doch sehr deutlichen Leistungszuwachs. Ich hatte gedacht, dass mein altes System nicht so langsam wäre. Ich möchte nicht zurückwechseln. Die integrierte Grafik der Clarkdale CPU überzeugt auch auf ganzer Linie. War in früheren Zeiten doch die onboard Grafik von Intel sehr bescheiden aufgebaut, überzeugt die Intel HD Grafik auf ganzer Linie. Bisher konnte ich das Limit der integrierten Grafiklösung noch nicht ausloten. Videos in HD-Auflösung stellen kein Problem dar. Ich habe spaßeshalber Civilization 4 installiert, dies kann ich mit hohen Details in einer Auflösung von 1280x 1024 spielen, ohne das Probleme erkennbar wären.
Die 4 Prozessorkerne (2 echte und 2 virtuelle, durch Intel’s Hyperthreading bereitgestellt) kamen bisher noch nicht ins Schwitzen, die Temperatur liegt meist bei etwas über 30° C. Der Arbeitsspeicher wurde vom Mainboard korrekt ausgelesen, so dass das manuelle Anpassen der Speichertimings nicht erfolgen musste. Mein erster Eindruck: Ich bin überwältigt – das System läuft stabil, schnell, kühl und leise.